Auf den Ratzeburger Heimatgewässern des legendären Rudertrainers Karl Adam (1912-1976) versammelten sich am 8./9. Juni Auswahlmannschaften aus Polen, Frankreich, Dänemark, Norwegen und Deutschland, um sich im Rahmen der 54. Internationalen Ratzeburger Regatta zu messen. Für den Regattaverband Ems-Jade-Weser gingen Carl Reinke, Jule Dirks (beide Oldenburg), Luisa Neerschulte (Lingen) und Christian Henze (Wilhelmshaven) an den Start.

Für Carl Reinke hieß es, in der U23-Klasse Farbe zu bekennen und die Weichen für eine Nominierung zur Deutschen Meisterschaft zu stellen. Nach einem ordentlichen 6. Platz am Samstag im Vierer ohne Steuermann gelang ihm am Sonntag in einer anderen Bootsklasse, nämlich dem Vierer mit Steuermann, ein großartiges Rennen und auf den letzten 500m konnte das gesamte Feld distanziert werden. Reinke legte daraufhin mit seinen Kameraden aus Osnabrück, Hamburg und Treiskarden überglücklich am Siegersteg an. In dieser Besetzung möchte die Mannschaft nun auch in 14 Tagen in Köln an ihre Leistung anknüpfen. Ein Sieg hier würde neben einer Meisterschaftsmedaille auch die sichere WM-Nominierung bedeuten. Da diese Bootsklasse hart umkämpft sein wird und noch weitere Konkurrenz zu erwarten sein wird, heißt es hier: Daumen drücken !

Jule Dirks konnte am Samstag mit ihren Partnerinnen aus Hanau, Halle und Leipzig in einem mit Spannung erwarteten Rennen den 3. Platz einfahren. Die reine U23-Mannschaft verkaufte sich dabei sehr gut und musste sich der deutlich älteren Konkurrenz aus Polen und einer weiteren deutschen Mannschaft nur um 5 Sekunden geschlagen geben. Leider musste am Sonntag der geplante Start im Zweier-ohne krankheitsbedingt abgemeldet werden.

Auf der DM geht es nun auch für Dirks um einen starken Auftritt in allen Bootsklassen, um weiter von einem internationalen Einsatz träumen zu dürfen.

Luisa Neerschulte zeigte in der ersten vom Deutschen Ruderverband gesetzten Mannschaft im U23-Doppelvierer  starke Leistungen. Am Samstag war sie in einem rein deutschen Starterfeld nicht zu bezwingen, am Sonntag gab es ein spannendes Duell mit Polen; im Ziel trennten diese beiden Mannschaften weniger als eine Bootslänge. Hier bleibt es abzuwarten, wie der Deutsche Ruderverband seine Sportler auf die Boote zur DM verteilt. Von einer Nominierung zur U23-WM ist aber als realistisches Ziel auszugehen.

Christian Henze zeigte sich nach längerer Trainingspause erstmals wieder auf großer Bühne. Im Einer und Doppelvierer gab es bei starker Konkurrenz einmal den 7. Platz im B-Finale und den 8. Platz im A-Finale. Die Erlebnisse in Ratzeburg gaben damit dem jungen Polizeidienstanwärter neue persönliche Ziele mit auf den Weg und bereits auf der Meisterschaft in 14 Tagen will er erneut angreifen.

Für Cheftrainer Steffen Oldewurtel ergibt sich für seine Sportler damit eine überaus positive Ausgangslage für den Zielwettkampf der DM in Köln. „Mit den derzeitigen Positionierungen war vor zwei Monaten noch nicht zu rechnen. Man darf schon ein bisschen stolz sein auf die Entwicklung der Sportler, welche alle noch den jüngeren Jahrgängen dieser Altersklasse angehören.“

Bei engen Startfeldern gilt es nun, den Spannungsbogen bis zum Ende des letzten Rennens auszuformen und die maximale Leistung abzurufen, damit sich auch vielleicht die größeren Träume noch erfüllen.