Auf den Deutschen Meisterschaften U17/U19/U23 auf dem Fühlinger See in Köln konnten die Athleten des Regattaverbandes Ems-Jade-Weser / Team Nord-West gleich viermal nach ganz oben auf’s Treppchen steigen. Das 25 köpfige Team unter Leitung von Landestrainer Steffen Oldewurtel sicherte sich außerdem drei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Nora Dirks konnte in Köln ihre erfolgreiche Saison gleich doppelt vergolden. Nachdem sie bereits in Hamburg Anfang Juni ihr Ticket für die im August stattfindenden Junioren- Weltmeisterschaften (JWM) in Rio de Janeiro gewinnen konnte, ging sie in Köln im U19-Vierer ohne Steuerfrau und im-U19 Achter an den Start. In dominanter Art und Weise gelangen ihr zwei eindrucksvolle Siegfahrten, in denen die Konkurrenz jeweils bereits auf den ersten Metern klar in die Schranken verwiesen wurde. Im Anschluss an diese Spitzenleistungen gab es neben der Medaillen noch eine weitere Belohnung: aufgrund ihrer hohen Leistungsstabilität wurde Nora gemeinsam mit ihrer Partnerin Paulina Düchting aus Bremen von Bundestrainerin Brigitte Bielig für den Start im Zweier ohne auf der JWM in Rio nominiert und darf somit die Regattaanlage der Olympischen Spiele 2016 testen. Ein traumhaftes Saisonergebnis für die noch 17 jährige Abiturientin!

Marcus Elster und Jan Hennecke gelang ebenfalls das Kunststück, gleich zweimal am Siegersteg anzulegen. Gemeinsam mit ihren Partnern aus Minden ging es zuerst im U19-Vierer mit Steuermann an den Start. In dieser Bootsklasse hatten sich die stärksten Ruderer Deutschlands versammelt, da hier die letzten freien Tickets zur JWM vergeben wurden. Entsprechend eng und nervenaufreibend verlief das Rennen, doch nach einem langen Kampf konnte man am Ende Bronze mit nur wenigen Zehntel Rückstand auf die zweitplatzierte süddeutsche Kombination gewinnen.
Gemeinsam mit dem Sieger aus dem U19-Vierer ohne Steuermann setzte man sich zum Ende der Regatta in den U19-Achter und stellte den Lauf aller vorherigen Rennen der Saison in dieser Disziplin auf den Kopf. Es gelang sich vor die hoch favorisierte Renngemeinschaft aus Hamburg/Berlin/Magdeburg zu legen. Von diesem Gefühl beflügelt entbrannte ein Achterrennen auf Weltklasseniveau. Auf den letzten Schlägen schoben sich die führenden Boote dann wieder zusammen. Beide Boote fuhren gleich auf liegend mit deutlich über 45 Schlägen pro Minute dem Ziel entgegen. Letztlich musste man sich dem Topfavoriten um wenige Zentimeter geschlagen geben. Doch die bärenstarke Leistung ließ die jungen Männer stolz aus ihrem Boot steigen und diesen Stolz bemerkte man auch bei der Siegerehrung. Noch stolzer waren Jan und Marcus allerdings, als sie ihre Nominierungsunterlagen aus den Händen der Bundestrainerin erhielten. Die starken Mannschaftsleistungen auf der DJM und die stabile Zweierleistung im Saisonverlauf waren ausschlaggebend für ihre Einladung zur Nationalmannschaft für Rio de Janeiro. In welcher Bootsklasse sie dort zum Einsatz kommen, wird sich innerhalb des am 2. Juli beginnenden Trainingslagers in Berlin klären.

Mit Timo Lammersdorf gab es noch einen vierten Sportler im Regattaverband Ems-Jade-Weser, der gleich zweimal am Siegersteg anlegen durfte. Über den gesamten Saisonverlauf gehörte Lammersdorf gemeinsam mit seinem Hamelner Partner Eike Steinert zu den Top-Booten im U19-Leichtgewichts Doppelzweier. Um überhaupt in dieser Bootsklasse an den Start gehen zu dürfen, mussten die beiden sich noch mehr Entbehrungen auferlegen als andere Leistungsruderer, denn sie müssen sich nicht nur dem Startrichter pünktlich stellen, sondern zwei Stunden vorher auch noch dem Wiegemeister. Ein Körpergewicht von 65kg ist dabei die Grenze in dieser Altersklasse. Doch beide haben alle diese Prüfungen in der Saison und auf der DJM gut gemeistert. Im Finale kam es dann zum erwarteten Dreikampf zwischen den Renngemeinschaften aus Kettwig/Meschede, Berlin und Hameln/Ems-Jade-Weser. Trotz harten Kampfes mussten die Jungs in dieser Saison erstmalig knapp den Berlinern den Vortritt lassen und kamen auf dem Silberrang ins Ziel. Die Portion Wut im Bauch sollte ihnen aber im späteren Finale des U19-Leichtgewichts-Doppelvierer helfen. In Renngemeinschaft mit Meschede/Kettwig schossen Lammersdorf/Steinert regelrecht aus den Startblöcken. An keiner der vier Zwischenzeiten ließen sie der Konkurrenz den Vortritt und rissen im Ziel freudestrahlend die Arme in die Luft. Der zeitliche Abstand zu den Platzierten zeigt aber auch hier das sportliche Niveau der Veranstaltung: Platz 1 und 3 trennten nur 1,45 Sek!

Mit Leonie Heuer, Judith Engelbarth und Patricia Schwarzhuber, verstärkt durch die Osnabrückerin Lena Löpker, gab es auch im U17-Bereich eine Goldmedaille. Im Vierer ohne Steuerfrau kämpften sich die teils noch 14jährigen Damen Schlag um Schlag besser ins Rennen. Zielstrebigkeit, Ausdauer und der unerschütterliche Glaube an die eigene Stärke führte die Mannschaft letztlich ins Ziel. Erstmalig in diesem Jahr konnten sie auf den letzten 200m an der gesamten übrigen Konkurrenz vorbeiziehen und sich den ersten Platz sichern. Ein phänomenaler Einstieg ins große nationale Geschäft für die noch sehr junge Mannschaft.

Im Bereich der weiblichen U17 ist der Stützpunkt Oldenburg in diesem Jahr besonders gut aufgestellt, denn im Doppelvierer mit Steuerfrau ging man gleich mit zwei Booten an den Start. Für die Mannschaft um Patrica Schwarzhuber, Judith Engelbart, Paula Bäurich und die Braunschweigerin Louise von Lacroix sowie Steuerfrau Maxime Diederichs galt es, nach einem ordentlichen Vorlauf im Hoffnungslauf das beste Rennen ihres Lebens abzurufen, um die kleine Chance auf das A-Finale zu nutzen. Und so fuhren sie dann auch das beste Rennen der Saison und verbesserten ihre Bestzeit um etliche Sekunden. Leider zogen sie dabei aber die Konkurrenz mit sich mit und auf den letzten Metern fehlte nach 1300m Bord-an-Bord-Kampf dann ein klein bisschen die Kraft um sich durchzusetzen. Somit schied diese Mannschaft leider im Hoffnungslauf aus und belegte damit den 7.Platz.

Der zweite U17-Doppelvierer des Stützpunktes Oldenburg hatte sich dagegen andere Ziele gesetzt. Als Auswahlboot des Landesruderverbandes war es das erklärte Ziel mit den vier stärksten niedersächsischen Skullerinnen in der national meist umkämpften Bootsklasse in die Medaillen zu fahren. Kira Bienert, Inke Buse, Chiara Röttinger und die Hamelnerin Kaya Treder wurden bei dieser Mission von ihrer Steuerfrau Julia Daum angeführt. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg konnte man sich bereits im Vorlauf für das Finale qualifizieren. Im Finale selbst lief es dann schnell auf das Duell auf den beiden Mittelbahnen hinaus, da die restliche Konkurrenz deutlich zurück fiel. Dies war neben dem niedersächsischen Auswahlboot die Auswahl des Stützpunktes Potsdam. Bereits im Laufe der Saison hatte es diesen Zweikampf gegeben und bisher war die Potsdamer Kombination noch nicht zu knacken gewesen. Doch an diesem Finaltag konnte man aus den vorherigen Rennen anderer Bootsklassen eines lernen: Der Finaltag hat eigene Gesetze. So gelang es auch Steuerfrau Julia Daum ihre Mannschaft regelgerecht neu aufzustellen. Mit klaren Akzenten auf dem ersten Streckendrittel schob sich der Vierer erstmals in diesem Jahr vor die Potsdamer , erst auf den letzten 600m zogen die Potsdamer gleich und konnten sich letztlich leicht von den Niedersachsinnen lösen. Im Ziel bleibt die Silbermedaille die Belohnung für eine großartige Saison des Niedersachsen-Vierers und Ankerkennung für die Leistung der Potsdamerinnen, der einzigen Mannschaft, die man in diesem Jahr nicht schlagen konnte.

Als mittlerweile alter Hase zwischen den ganzen Nachwuchsruderinnen kam auch Luisa Neerschulte im A-Finale des U23-Einers zum Einsatz. Bereits nach 500m war in diesem Rennen klar, dass die Medaillen nur an die drei Ruderinnen aus Rostock, Crefeld und Ems-Jade-Weser gehen würden. Luisa versuchte im Mittelteil der Strecke alles, um sich an der an zweiter Stelle rudernden Crefelderin vorbei zu schieben, doch leider hatte diese immer wieder eine Antwort auf Luisas Attacken parat. Die Bronzemedaille ist aber denn noch ein positiver Abschluss einer für sie eher durchwachsenen Saison.

Weitere Platzierungen der Ruderer des Regattaverbandes Ems-jade-Weser:

SMB 2x Lgw – Max Kölling in Rgm. 6. Platz

JMA 4- – Philip Wedemann, Henning Duwe, Lauritz Heinze, Lukas Raming  8. Platz

JFB 2x – Daaje Oldewurtel, Tomma Ubben 12. Platz

JFB 2x Lgw – Wiebke Oltrop, Amelie Doden 13. Platz

JMB 4x+ – Max Dause, Malte Siemers, Titus Lensch in Rgm. 13. Platz

Die Fotostrecke gibt es hier: Fotoalbum DJM Köln 2015